Eine steile Aussage.
Wie kann ich denn behaupten, dass DEINE Schuld bezahlt ist?
Ist es nicht vielmehr unverschämt zu unterstellen, dass du überhaupt eine Schuld hast, die zu bezahlen wäre? Wem gegenüber denn? Du bist schließlich ein anständiger Mensch. Arbeitest für dein Geld, zahlst deine Rechnungen pünktlich, grüßt deine Nachbarn und hast noch niemandem etwas Böses getan. – Zumindest nicht wirklich. Also, nicht mehr als andere auch. Und dann komme ich daher und unterstelle so etwas.
Vielleicht hat die Aussage aber auch einen Nerv bei dir getroffen. Da gibt es etwas, das dich schon seit einiger Zeit belastet. Es wäre so schön, wenn deine Schuld wirklich bezahlt wäre, wenn du endlich damit abschließen könntest. Aber – ist das wirklich wahr?
Wenn du mir ein paar Minuten gibst, dann versuche ich es dir zu erklären.
Das erste ist, nicht nur du hast Schuld. Jeder Mensch ist schuldig – gegenüber GOTT. Ganz gleich ob du glaubst, dass es GOTT gibt, oder nicht – GOTT hat einen Anspruch an dich. Seine Existenz ist völlig unabhängig davon, ob er von Menschen geglaubt wird. Sein Anspruch an die Menschen, an dich und mich, besteht – auch völlig unabhängig davon, ob wir davon wissen oder nicht, ob wir das für wahr halten oder nicht.
GOTT fordert Ausschließlichkeit: „Ich bin der HERR, dein GOTT, du sollst keine anderen Götter haben neben mir“ sagt er (Exodus 20,3). Das heißt wir sollen GOTT über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen. GOTT will die Nr. 1 in unserem Leben sein. – Schuldig!
GOTT fordert Vollkommenheit: „Ihr sollt vollkommen sein wie euer Vater im Himmel vollkommen ist“ (Matthäus 5,48). – Das schaffe ich nicht ansatzweise – und du vermutlich auch nicht. Schuldig!
GOTT als der Schöpfer des Lebens hat eine Anleitung dafür gegeben, wie das Leben und das Zusammenleben der Menschen gelingen kann. Du hast vielleicht schon von den Zehn Geboten gehört. Das erste ist das Gebot der Ausschließlichkeit, das ich oben zitiert habe.
Ein großer Teil der Gebote regelt das Miteinander der Menschen. Da gilt es, die Eltern zu ehren, die Ehe zu achten, nichts Falsches über die Mitmenschen zu sagen, nicht zu stehlen, nicht zu morden, den anderen nichts zu neiden. – Kannst du hinter jede Forderung einen Haken setzen? Super! Aber … wie sieht es mit deinen Gedanken aus? Weißt du, dass Ehebruch schon im Kopf beginnt, beim begehrenden Blick? Und dass es in GOTTES Augen schon Mord ist, wenn du deinen Mitmenschen als Idioten bezeichnest, ihn am Liebsten auf den Mond schießen würdest, ihm in Gedanken das Lebensrecht absprichst? – Auch da … Schuldig!
GOTT fordert Liebe: „Du sollst den HERRN, deinen GOTT, liebhaben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.“ (Deuteronomium 6,5). Bei dieser Liebe geht es nicht um Gefühlsduselei, sondern um selbstlose, bedingungslose, hingebungsvolle Liebe. – Liebst du GOTT aus ganzem Herzen? Liebst du GOTT mit all deiner Kraft? Wärst du bereit, diese Liebe zu beweisen indem du das Liebste aufgibst, das du hast? – … Schuldig!
Und um noch eines draufzusetzen: Es geht nicht in erster Linie ums Tun, sondern ums Sein.
Du bist nicht nur schuldig, weil du GOTTES Anspruch nicht genügst, sondern weil du getrennt bist von GOTT. Du kannst seinem Anspruch gar nicht genügen. Du stehst auf der falschen Seite*. Mit anderen Worten: Von Geburt an hast du einen Herzfehler – dein Herz ist verdorben, nicht fähig zum Guten. Du hast die Schuld schon geerbt. – Und diese Erbschaft kannst du nicht ausschlagen.
So viel erstmal zum Thema Schuld. – Wie geht es dir mit diesem Gedanken?
Jetzt habe ich so viel über Schuld geschrieben, dabei ist das andere viel wichtiger, die gute Nachricht:
Deine SCHULD ist BEZAHLT!
Diese Aussage darfst du ganz persönlich nehmen. Das ist die gute Nachricht, das so genannte „Evangelium“.
GOTT sagt dir zu: „Der Schuldbrief, der gegen dich bestand, ist getilgt! Er wurde [mit Jesus] ans Kreuz geheftet“ (Kolosser 2,14).
Wie kann das geschehen?
Jesus ist GOTT. Er ist auf diese Erde gekommen, Mensch geworden. Einer wie du und ich. – Allerdings mit einem kleinen Unterschied: Weil er nicht von einem Menschen gezeugt wurde, hat er als einziger Mensch den Herzfehler Adams nicht geerbt (deshalb ist übrigens die Jungfrauengeburt essenziell). Als Mensch hat Jesus auf dieser Erde gelebt und war wegen seines ‚gesunden‘ Herzens als einziger in der Lage, ein vollkommenes Leben zu führen. Das hat er stellvertretend für dich und mich getan.
Jesus hat Gutes getan, Menschen geliebt, Kranke geheilt, die gute Botschaft von GOTTES Herrschaft verkündet und den Religiösen den Spiegel vorgehalten. Das hat natürlich nicht jedem gefallen. So kam es, wie es kommen musste:
Jesus wurde verraten, trotz seiner Unschuld verurteilt und gekreuzigt. Er ist einen damals absolut schändlichen Tod gestorben. Als Gekreuzigter war er sogar von GOTT verflucht.
Jesus hat den Fluch GOTTES auf sich genommen und dadurch dich und mich vom Fluch GOTTES befreit (Galater 3,10). Sein unschuldiger Tod gilt stellvertretend für dich und mich.
Jesus hat mit seinem Leben die Schuld bezahlt, die auf GOTTES Zettel für dich und mich steht. „[Jesus] ist um unsrer Sünden willen dahingegeben und um unsrer Rechtfertigung willen auferweckt.“ (Römer 4,25) Das heißt Jesus ist wegen deiner und meiner Schuld gestorben. GOTT rechnet den Tod von Jesus auf deine und meine Schuld an, und sein perfektes Leben gilt genauso für dich und mich. Das ist die gute Nachricht: Wenn GOTT auf dein Leben schaut, dann sieht er Jesus. Er sieht ihn am Kreuz hängen und sterben, aber er sieht ihn auch den Kranken helfen, sich den Ausgestoßenen liebevoll zuwenden, er sieht ihn in Respekt und Gehorsam und in vollkommener Liebe. – Das ist eine wirklich gute Nachricht.
Und wenn du wieder mal versagst, wenn es dir wieder nicht gelingt, GOTTES Maßstab gerecht zu werden, dann gibt es keinen Grund zu verzweifeln. Denn: Was Jesus am Kreuz getan hat, das gilt. Ein für alle Mal. Für dich und für mich. Das ist Grund zur Freude! – Und du brauchst gar nichts dafür zu tun, du darfst einfach „Danke“ sagen und das Geschenk empfangen.
(*) um das zu erklären, muss ich bei Adam und Eva anfangen. Die beiden haben eine falsche Entscheidung getroffen. Sie wollten GOTT nicht vertrauen und haben dadurch das Paradies verloren. Sie sind auf die falsche Seite gewechselt und haben jeden ihrer Nachkommen mit ins Verderben gerissen. Du und ich sind Adams Nachkommen und stehen daher seit unserer Geburt auf der falschen Seite, sind getrennt von GOTT.
Adam und Eva haben durch ihr Misstrauen GOTT gegenüber, durch ihren Ungehorsam, ihr Herz geschädigt. Dieser Herzfehler ist tödlich und wird seither an alle Menschen vererbt.