AllgemeinFrauenarbeitVon Frau zu Frau

„Du bist erlöst!“ – stimmt das denn auch?

Es ist eine steile Aussage, die auf dem Plakat zu lesen ist. „Du bist erlöst!“ – Einfach so. Ohne „wenn“ und „aber“.
Kann man das denn so sagen?
Hält es einer Überprüfung stand?
Und vor allem: Gilt es denn jedem und immer?

Mich bringt diese Aussage ins Nachdenken. Immerhin bin ich pietistisch erzogen worden. Da war es wichtig, dass man ’sein Leben Jesus übergibt‘ – ‚eine Entscheidung für Jesus trifft‘. Nur wer das getan hatte, von dem konnte man sagen „Du bist erlöst!“

Reformierte würden vermutlich sagen, dass diese Aussage nur für diejenigen gilt, die GOTT erwählt und vorherbestimmt hat.

Ist also das Plakat nicht wahr? Muss es ergänzt oder gar abgehängt werden?

Es ist Jesus, der diese Worte sagt. Ja, ich habe sie ihm in den Mund gelegt. Aber …
„GOTT war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selbst“, so ist es in 2.Korinther 5,19 zu lesen.
„Er (GOTT) hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn weggetan und an das Kreuz geheftet“ heißt es in Kolosser 2,11.
Jesus ist am Kreuz nicht nur für diejenigen gestorben, die an ihn glauben. Er hat mit seinem Leben nicht nur für diejenigen bezahlt, die das dankend annehmen. Sein unschuldiger Tod gilt allen Menschen! Sein „Es ist vollbracht!“ ist der Siegesruf. Es gilt: Jesus hat mit seinem Tod die Strafe für ALLE Schuld ALLER Menschen, von Adam angefangen bis zum letzten Menschen auf dieser Erde, bezahlt. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Kein Opfer, keine Spende, keine guten Werke. Nichts. Nada. Niente. Der heilige und gerechte GOTT ist ein für alle Mal versöhnt.

Das ist die gute Botschaft, das „Evangelium“, das die Christen der Welt schuldig sind.
Es ist die gute Botschaft, die dir und mir gilt. DU bist mit GOTT versöhnt. DEINE Schuld ist bezahlt.
Weil Jesus am Kreuz gestorben ist, ist für dich keine Rechnung vor GOTT mehr offen. – GOTT hat das besiegelt, indem er Jesus vom Tod auferweckt hat. Es gilt.

Du brauchst nur darauf zu vertrauen.

Im Bild gesprochen ist es wie mit einem Erbe.
Stell dir vor, du bekommst die Mitteilung, dass du ein dickes Bankkonto geerbt hast.

Jetzt hast du mehrere Möglichkeiten:

  • Du kannst dir denken, dass das eh nur ein Scam ist (wer kennt sie nicht, dies E-Mails vom reichen Mann, der dir und vielen anderen sein Geld vermachen will) und die Nachricht damit abtun.
  • Du sagst: „Ich lass‘ mir nichts schenken!“ und verzichtest auf das Erbe.
  • Oder du denkst „Ich hab das nicht nötig, schließlich bin ich gesund und leistungsfähig.“
  • Oder aber du freust dich über die Nachricht, nimmst das Erbe an und holst dir das Geld vom Konto so oft du etwas brauchst.

Auf die gute Nachricht von der Erlösung angewandt:
Du bist, wie jeder Mensch auf dieser Erde, tief verschuldet vor GOTT, denn du kannst seinem Anspruch, ein vollkommenes Leben zu führen, nicht gerecht werden, so sehr du dich anstrengst.

Jetzt kommt die gute Nachricht: „Du bist erlöst! Deine Schulden gegenüber GOTT sind vollkommen bezahlt – mehr noch, das Bankkonto ist reich gefüllt!“

Was machst du mit dieser Nachricht?

  • Ablehnen, weil das sowieso nur ein Betrug sein kann? Weil das ja kein „vernünftiger“ Mensch glauben kann – weder die Sache mit GOTT, noch das mit Jesus und dem Kreuz?
  • Dankend ablehnen, weil deine Schuld ja nicht sooo groß sein kann. Immerhin gibt es viel schlimmere Menschen als dich: Mörder, Ehebrecher, Kinderschänder, ganz zu schweigen von Leuten wie Hitler und co.
    Du bist „schon richtig“ – GOTT muss doch mit dir zufrieden sein.
  • Ablehnen, weil du zwar von deiner Schuld gegenüber GOTT weißt, aber selber dafür gerade stehen möchtest. „Für mich braucht keiner zu sterben“ denkst du, ich schaffe das schon, immerhin tue ich Gutes, spende, bin sozial und hilfsbereit, gehe in die Kirche und bete hin und wieder (oder regelmäßig).

Leider helfen alle diese Reaktionen nicht. Ob du es wahrhaben willst oder nicht: Deine Schuld vor GOTT bleibt bestehen und wird jeden Tag größer. Deshalb ist die einzig hilfreiche Reaktion auf diese gute Nachricht, das Evangelium, dass du es dankend annimmst, dich darüber freust, dass deine Schulden getilgt sind, und jeden Tag von diesem Konto abhebst. Du darfst „aus der Vergebung leben“ – das heißt du lebst befreit. Gegenüber GOTT ist keine Rechnung mehr offen. Du musst ihm nichts beweisen, du darfst ihm Freude machen.

Zurück zur Frage von oben: Gilt die Aussage „Du bist erlöst!“ jedem und immer?
Ja, das tut sie. ABER … die Erlösung bringt nur demjenigen etwas, der sie für sich annimmt, der von dem Konto abhebt, das Jesus durch sein Leben und seinen Tod für ihn gefüllt und eröffnet hat.

Willst du noch mehr darüber wissen? Dann schreib mir.

Für alle, die gerne theologische Kategorien haben:
Das Plakat ist eine Aussage der „objektiven Rechtfertigung“ – persönlich angewandt wird daraus die „subjektive Rechtfertigung“: Ich bin mit GOTT versöhnt durch den Tod seines Sohnes. Meine Schuld ist bezahlt.

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